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Ladestecker für das Elektroauto – welcher passt?

Steckertypen E-Autos
 
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So finden Sie den passenden Ladestecker für jedes Elektroauto

Was ist bei der Wahl eines Steckertypen zu beachten?

Nichts, rein gar nichts. Denn die Entscheidung für einen Stecker muss man nicht selbst treffen. Stattdessen bestimmt das E-Auto die Form von Anschluss und Kabel - je nach Ladestandard und Herkunftsland. Wählt man beispielsweise ein japanisches Modell von Nissan, Mitsubishi oder Toyota, sieht der Stecker etwas anders aus als bei einem Volkswagen, Mercedes oder BMW. Doch keine Sorge – weltweit gibt es eigentlich nur vier unterschiedliche Ladestecker für Elektroautos. Und alle sind mit den standardisierten Ladeeinrichtungen hierzulande kompatibel.

Welche E-Auto Ladesteckertypen gibt es?

Der Verband europäischer Automobilhersteller hat sich schon sehr früh für eine Standard-Schnittstelle zum Laden von Elektroautos in der EU ausgesprochen. Geeinigt hat man sich auf einen runden Stecker mit einem Außendurchmesser von 58 Millimetern und einer starken Abflachung an einer Seite. Seit 2013 ist diese von dem im Sauerland sitzenden Mittelständler Walter Mennekes zusammen mit dem Energieversorger RWE und dem Daimler-Konzern entworfene Bauform per EU-Gesetz als Standardstecker für Elektrofahrzeuge in Europa vorgeschrieben. Umgangssprachlich wird jener Stecker daher als Mennekes-Stecker bezeichnet. Offiziell heißt er einfach Typ 2-Stecker. Es gab nämlich schon ein Typ 1-System, das vor allem für die ersten asiatischen Modelle genutzt wurde, aber nur für einphasigen Wechselstrom bis 7,4 kW geeignet ist. Hierzulande findet man dieses System nur noch selten.
Doch zurück zum wichtigsten aller Steckersysteme hierzulande – dem Typ 2. Es besteht aus fünf dickeren und zwei kleineren Kontakten. Die kleinen dienen der Kommunikation zwischen Ladesäule und Elektroauto, durch die anderen fließt der Wechselstrom aus bis zu drei Phasen. Außerdem stellen sie Schutzkontakt und Erdung dar. Im privaten Haushalt können so Ladeleistungen von bis zu 22 kW erreicht werden. An öffentlichen Ladesäulen sind es sogar bis zu 43 kW. Der kalifornische E-Autobauer Tesla nutzt zwei der Leistungskontakte sogar für die Gleichstromversorgung. Damit kann man an einem Tesla-Supercharger bis zu 145 kW übertragen.
Der europäische Standard für Schnellladungen mit Gleichstrom sieht allerdings anders aus. Er ergänzt den Typ 2-Stecker um zwei zusätzliche Leistungskontakte, die abgeschirmt unterhalb des Mennekes-Steckers sitzen. Dieses kombinierte Ladesystem wird mit den Buchstaben CCS (Combined Charging System) abgekürzt und ist an den meisten modernen Elektroautos und allen Schnellladesäulen zu finden. Bei kleineren Modellen wird der Anschluss als aufpreispflichtige Option angeboten, da die Hersteller davon ausgehen, dass elektrische Kleinwagen nur im Stadt- und Kurzstreckenverkehr eingesetzt werden. Theoretisch lassen sich über einen solchen CCS-Stecker Ladeleistungen von bis zu 350 kW realisieren - in der Praxis liegt die Leistung eher bei 50 kW.

Ladestecker für das E-Auto: Ein Schnellladesystem aus Japan

Größter Konkurrent für den CCS-Standard ist das in Japan entwickelte Schnellladesystem mit dem etwas umständlichen Namen CHAdeMO: Die sieben Buchstaben stehen nach einer Interpretation für „Charge de Move“ – sinngemäß für „Bewegung durch Ladung“. Plausibler und schöner ist die Ableitung vom japanischen Satz „Ocha demo ikaga desuka – auf Deutsch: „Wie wäre es mit einer Tasse Tee?“ Denn nach japanischer Lesart dauert es nicht länger, ein Elektroauto zu laden als eine Tasse Tee zuzubereiten und zu trinken.
Für den schnellen Stromfluss sorgen hier zwei Gleichstromkontakte, über die bis zu 100 kW fließen. Eine Weiterentwicklung des Systems – CHAdeMo 2.0 - soll in einigen Jahren Ladeleistungen von bis zu 400 kW bei einer Spannung von 1000 Volt ermöglichen. Im Unterschied zum europäischen CCS-System kann bei CHAdeMO der Strom bidirektional fließen, also aus dem Netz ins Auto und wieder zurück. Damit können Elektroautos zur Stabilisierung des Stromnetzes (Stichwirt: Vehicle-to-Grid“) beitragen oder bei Stromausfällen im Netz als mobile Energiespeicher eingesetzt werden.
Eine weitere Besonderheit: Die Lade-Elektronik ist bei CHAdeMO aufgeteilt. Das Schaltnetzteil sitzt in der Ladesäule und kommuniziert über sieben Kontakte im Stecker mit der Steuerungs-Elektronik im Fahrzeug. Das spart Gewicht im Auto, macht eine Schnellladestation nach diesem Standard aber sehr teuer. Daher besitzen diese Elektroautos für Wechselstromladungen im privaten Bereich noch einen zweiten Stecker des Typen 1 oder 2.

Welche Ladekabel gibt es?

Zu jedem Elektroauto gehört mindestens ein Ladekabel. Hierzulande ist es meist ein „Notlade-Kabel“ für die Stromversorgung über eine Haushaltssteckdose. Es besteht aus einem gewöhnlichen Schuko-Stecker auf der einen und dem Mennekes-/Typ 2-Anschluss auf der anderen Seite. Ein solches Ladekabel wird als Mode 2 bezeichnet. Es versorgt einen Stromer mit maximal 3,7 kW Wechselstrom. Überwacht wird der Ladevorgang dabei von einer in das Ladekabel integrierten Box, die an ein klassisches Netzteil von Haushaltsgeräten erinnert.
Zum täglichen Laden an einer Haushaltssteckdose sollte diese Variante aber nicht unbedingt genutzt werden. Nicht nur, weil der Strom darüber nur sehr langsam fließt, sondern weil Schuko-Dosen nicht dauerhaft mit einer so hohen Leistung belastet werden sollten. Nur wer eine auf 16 Ampere abgesicherte blaue CEE-Steckdose („Camping-Dose“) zu Hause hat, kann auch dauerhaft mit 3,7 kW laden.
Schneller geht es ohnehin an einer ans Dreiphasen-Netz angeschlossenen Wallbox oder öffentlichen Ladesäule. Ist hier kein festes Kabel verbaut, benötigt man ein sogenanntes Mode 3-Ladekabel. Deutlich dicker dimensioniert kann es Leistungen von bis zu 44 Kilowatt übertragen. Der europäische Standard sieht mittlerweile auch hier vor, dass ein Mode 3-Kabel auf beiden Seiten den üblichen Stecker vom Typ 2 (Mennekes) besitzt. Nur für einige asiatische oder amerikanische Fahrzeuge mit Typ 1-Anschluss verwendet man noch ein Mode 3-Ladekabel mit Typ 2 auf Typ 1.
Extra Anschlusskabel für Schnellladesäulen muss man nicht im Auto mitnehmen. Sie sind wegen der notwendigen Kühlung der Leitung wie an einer Tankstelle mit der Ladesäule verbunden. Das gilt wegen der Gleichstromladung auch für CHAdeMO-Stecker.
Wer in seiner Garage oder in der Nähe seines Parkplatzes eine Kraftstromdose installiert hat, kann sich statt einer fest installierten Wallbox auch ein mobiles Ladegerät samt Kabel zulegen. Bei diesen ist eine Wechsel- und Gleichfehlerstromerkennung in das Netzteil integriert, was bei einem Einsatz daheim eine entsprechende Aufrüstung des Hausnetzes erspart. Außerdem leistet das mobile Ladegerät mit seinen zahlreichen Adaptern bei Reisen mit dem Elektroauto wertvolle Dienste – die Mitnahme eines Kabels genügt dann.

Wo bekomme ich weitere Kabel?

Kabel nachkaufen kann man sowohl beim Autohändler seines Vertrauens als auch im freien Einzelhandel oder im Internet. Wer sowohl das Mode 2 als auch ein Kabel vom Typ Mode 3 an Bord hat, braucht sich auf der Reise keine Gedanken über Lademöglichkeiten zu machen. Schließlich findet man Haushaltssteckdosen überall – wenngleich im europäischen Ausland mit unterschiedlichen Normen. Aber jede öffentliche Ladesäule in Europa besitzt mindestens eine Steckdose vom Typ 2, in das ein Mode 3-Ladekabel passt.