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So viel Strom verbraucht ein Elektroauto

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Der Verbrauch von Elektroautos hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wir erklären, worauf Sie achten sollten und wie Sie den Verbrauch reduzieren können.

Gibt es Unterschiede beim E-Auto-Verbrauch? Mit welchen Kosten auf 100 Kilometer muss ich rechnen?

Eigentlich müsste die Frage nach dem Stromverbrauch eines Elektroautos schnell zu beantworten sein. 100 Kilometer fahren, ran ans Kabel – und Stromzähler ablesen. Doch so einfach macht es uns die neue Technik leider nicht. Denn anders als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen, deren Durst man in Litern an der Zapfsäule ablesen kann, hängt der tatsächlich genutzte Strom beim E-Auto noch von vielen anderen Faktoren ab. Doch keine Angst: Alles was wir über konventionelle Fahrzeuge gelernt haben, gilt auch für die elektrisch angetriebenen.
Ein hohes Fahrzeuggewicht, breite Reifen oder volle Beladung bedeuten also nach wie vor mehr Verbrauch. Und ein schwerer Bleifuß wird die Kosten an der Ladesäule auch in Zukunft nach oben treiben. Derzeit schwankt der durchschnittliche Stromverbrauch von Elektroautos je nach Modell zwischen 13 und 30 Kilowattstunden auf 100 Kilometern. Bei einem angenommenen Strompreis von 24 Cent je Kilowattstunde wären das also zwischen 3,12 Euro und 7,20 Euro Stromkosten für 100 Kilometer Fahrstrecke. Kleinere Autos wie der Seat Mii Electric oder der BMW i3 gehören dabei zu den sparsamsten Modellen. Große und schwere Stromer wie der Mercedes EQC, das Tesla Model X oder der Audi e-tron liegen dagegen am oberen Ende der Skala. Bei den reinen Kilometerkosten fahren aber selbst diese SUVs noch günstiger als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotoren.

Welchen Einfluss hat das Laden auf den Stromverbrauch?

Wer es ganz genau wissen und die Kilometerkosten seines Elektroautos exakt berechnen möchte, muss sich auch ein wenig mit der Ladetechnik auseinandersetzen. Schließlich steht am Ende auf der Rechnung nicht nur die tatsächlich von der E-Maschine genutzte Energie, sondern die Summe aller Kilowattstunden nach der Aufladung des Akkus. Die Lade- und Entladeverluste werden also mitbezahlt.
Nehmen wir ein Auto mit klassischem Verbrennungsmotor als Vergleich. Dieses rollt nach 500 Kilometern Fahrt an die Tankstelle. Getankt werden genau 50 Liter – unabhängig von der Außentemperatur, Zapfpistolendruck oder davon, wie stark der Wagen die letzten Kilometer beansprucht wurde. Der Verbrauch liegt also genau bei zehn Litern Sprit je 100 Kilometer. Bei einem Benzinpreis von 1,30 Euro pro Liter wären das 13,00 Euro pro 100 Kilometer. Eine einfache Rechnung.
Beim Energieverbrauch von Elektroautos ist das anders. Schließlich ist so ein moderner Hochleistungs-Lithium-Ionen-Akku kein leerer Tank, der einfach mit einer Flüssigkeit gefüllt wird. Stattdessen besteht er aus unzähligen einzeln elektronisch überwachten Zellen (beim neuen VW ID.3 sind es bis zu 288 Stück), die je nach momentaner Verfassung mehr oder weniger effizient Strom aufnehmen können.
Fehlen nach den gefahrenen 500 Kilometern beispielsweise 50 Kilowattstunden im Akku, zeigt die Ladesäule am Ende nicht selten 55 oder gar 60 kWh an. An der zusätzlich bezahlten Energie kann man den Ladewirkungsgrad ablesen, der etwa durch den vorherigen Ladezustand, die Temperatur oder das Alter der Zellen bestimmt wird.
Und dann wäre da ja noch die Sache mit der Ladeleistung. Zwischen einer Haushaltssteckdose mit 2,3 Kilowatt Dauerleistung, der auf das Fahrzeug abgestimmten 22-kW-Wallbox in der Garage oder dem Schnelllader an der Autobahnraststätte mit 150 kW liegen nämlich Welten – sowohl bei den Ladeverlusten als auch bei den Kosten je Kilowattstunde. Wer an einer Schnellladesäule mit Gleichstrom lädt, kann sich grundsätzlich zwar über eine effiziente Ladung und kurze Ladedauer freuen. Allerdings erzeugen hohe Ströme auch große Widerstände und viel Wärme. Es muss also aktiv gekühlt werden. Und das kostet wiederum ordentlich Energie. Dagegen wird auch eine im Verhältnis zur Akkukapazität zu niedrige Ladeleistung an einer 220-Volt-Steckdose zu einem schlechten Wirkungsgrad führen. Ganz nebenbei bräuchte ein entleerter 100-kWh-Akku eines Tesla Model X hier zwei Tage für eine komplette Vollladung.

Hat sich der Stromverbrauch von Elektroautos in den letzten Jahren verbessert?

Ein wenig, aber nicht viel. Das liegt daran, dass Elektromotoren technisch einfach aufgebaut und von Haus aus sehr effizient arbeiten. Allerdings werden Rekuperationszyklen – also die Zeiten, in denen das Auto Bremsenergie zurückgewinnt - mit moderner Regelung und allen Telemetriedaten effizienter umgesetzt als früher.
Zudem sind Elektroautos wie der VW ID.3 heute konsequent auf die technischen Besonderheiten der Elektromobilität ausgelegt. Der e-Golf war dagegen ursprünglich als Verbrenner konzipiert. Und nicht zuletzt hat sich auch die Ladetechnik verbessert: Moderne Ladegeräte können den Akku mit höherem Wirkungsgrad befüllen. Auch dieser Vorteil lässt sich am Ende an niedrigeren Verbräuchen am Stromzähler ablesen.

Wie realistisch sind die Reichweitenangaben der Autohersteller?

Hersteller von Elektroautos können in ihren Werbeanzeigen und den technischen Daten zum Fahrzeug natürlich nur den reinen Stromverbrauch des Autos angeben, der auf einem Prüfstand und nach einem vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Fahrprofil ermittelt wurde. Auch der Bordcomputer des Stromers zeigt nur den Energieverbrauch des Antriebs beim Fahren an. Nicht erfasst dagegen wird der tatsächliche Strombedarf beim Wiederaufladen der Batterie. Rechnet man die Ladeverluste ein, liegen die Energieverbräuche nicht selten um bis zu 25 Prozent über den Herstellerangaben, hat der ADAC herausgefunden.
Ähnlich optimistisch wie die Verbrauchsangaben von Elektroautos sind die versprochenen Reichweiten im Verkaufsprospekt. Sie wurden nämlich zur Vergleichbarkeit der Angaben unter genormten Bedingungen erzielt, nicht im Fahralltag. Und der kann - Stichwort Bleifuß – ganz anders ausfallen. Wenigstens kann man sich auf die Angaben im Bordcomputer seines E-Autos verlassen. Denn die Bordelektronik kennt den Energievorrat im Akku und den aktuellen Verbrauch genau. Daraus berechnet sie die noch zur Verfügung stehenden Restkilometer.

Gibt es Verbrauchsunterschiede zwischen den Jahreszeiten?

Ja. Anders als bei konventionellen Antrieben gibt es bei Elektroautos spürbare Verbrauchs-Unterschiede je nach Außentemperatur. Das liegt aber nicht am Elektroantrieb, sondern viel mehr an der Batterietechnik. Denn ihre volle Kapazität können Lithium-Ionen-Akkus derzeit nur in einem bestimmten Temperaturfenster ausschöpfen. Am wohlsten fühlen sie sich zwischen 5 Grad und 25 Grad Celsius.
Zudem muss für die Klimatisierung des Innenraums extra Energie aufgewendet werden, was vor allem bei Minusgraden im Winter stark ins Gewicht fällt. Weil es keine Abwärme vom Motor gibt, müssen Sitz-, Lenkrad- und Scheibenheizungen permanent elektrisch arbeiten. Das erhöht den Stromverbrauch und lässt die Reichweite sinken. Bei zugefrorenen Scheiben lohnt es sich daher, sein Elektroauto noch an der Steckdose vorzuheizen.

Ist der Stromverbrauch eines E-Autos umweltfreundlich?

Elektroautos bieten im Vergleich zu Fahrzeugen mit konventionellem Verbrennungsmotor ein sehr großes ökologisches Potenzial. Schließlich müssen für diese Art der Mobilität eigentlich keine fossilen Energieträger verbrannt werden. Der Strom wird in Deutschland allerdings immer noch zu großen Teilen aus Kohle (Braunkohle und Steinkohle) sowie aus Erdgas gewonnen. Und der Anteil der Kernenergie liegt bei knapp 14 Prozent. Immerhin steuern erneuerbare Energien (wie Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft oder Biomasse) schon 46 Prozent zum deutschen Strommix bei (Stand 2019).
Wer sein Elektroauto also CO2-neutral bewegen möchte, sollte dieses ausschließlich mit Ökostrom laden. Eigenheimbesitzer können ihre Bilanz obendrein mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach verbessern und den so gewonnenen Sonnenstrom in die Batterie seines Autos speisen. Das Beste: Je nach Größe der Anlage und eigenem Mobilitätsbedarf, fährt man so nicht nur klimaneutral, sondern komplett kostenlos.